Montag, 7. Mai 2012

Glückwunsch, Jule!

Julian Draxler wurde am heutigen Tage von Joachim Löw in den vorzeitigen EM-Kader berufen. Für den 18-jährigen ist das natürlich eine große Ehre. Betont sei aber nochmal, dass er nur in den vorläufigen Kader berufen wurde. Am 29. Mai wird Löw noch vier Spieler aussortieren, bevor es dann endgültig nach Polen und in die Ukraine zur Europameisterschaft geht.

Löw beschrieb Draxler als einen Spieler mit unglaublich viel Potenzial und einer enormen Entwicklungsfähigkeit. Seine Stärke habe er im Dribbling und zudem besitze er eine extrem hohe Spielintelligenz. Lobende Worte vom Bundestrainer. Unser Jule wird sicher stolz gewesen sein, als er diese Worte zu hören bekam. Für mich kam diese Berufung sehr überraschend. Wie überraschend sie für Draxler kam lässt sich nur vermuten. Ob er es schon lange vorher wusste? Man weiß es nicht. Fakt ist, dass er in den kommenden Wochen mit der Nationalmannschaft unterwegs sein wird. Dort wird er viele Leute kennenlernen und auch alte Bekannte treffen, dort wird er viel lernen und vermutlich auch viel mitnehmen können. Die Saison, die ihm in den Knochen steckt, die ganze Müdigkeit wird wohl für einige Zeit vergessen sein. Ich freue mich für ihn. Sehr sogar. Auch bin ich stolz, dass wir einen Spieler in unseren Reihen haben, der mit gerade mal 18 Jahren schon den Sprung in die Nationalmannschaft schafft.
Neben Draxler wurde auch -weniger überraschend- Benedikt Höwedes in den Kader berufen. Er wurde als einer von sieben Abwehrspielern zu der Nationalmannschaft eingeladen, wird also so gut wie sicher mitfahren zur EM in die Ukraine.

Wenn Jogi Löw am 29. Mai verkündet, welche Spieler nicht zu dem 23-Mann Kader gehören, wird wohl der Name Julian Draxler fallen. Das finde ich aber gar nicht schlimm und auch der Jule selber wird das bestimmt so sehen. Der Junge hat seine erste richtige Saison hinter sich gebracht und er ist noch so verdammt jung. Er hat noch jede Menge Zeit. Wie sagt man so schön. „Es ist einfach noch zu früh.”. Julian wird das verstehen. Er wird die Sommerpause nutzen um sich auszuruhen, sich zu regenerieren um nächste Saison wieder voll durchzustarten. Bis dahin aber erstmal. Glückwunsch, Jule!

Ende! Aus!

Als Aytekin um 17.20 Uhr am Samstag das Spiel zwischen Schalke und Bremen abpfiff war dies nicht nur der Schlussstrich unter dieser Partie, sondern gleich unter der ganzen Saison. Ende, Aus! Die Spielzeit 2011/2012 ist vorbei.

Schalke konnte sich mit einem, nein eigentlich zwei, Erfolgserlebnissen aus dieser Saison verabschieden. Zum einen natürlich mit dem Erfolg über Bremen und zum zweiten mit einem Erfolg für Klaas Jan Huntelaar. Schön.

Das Spiel gegen Bremen hatte für Schalke keinerlei Bedeutung, es ging um gar nichts mehr. Für Bremen gab es minimale, wobei eigentlich nur theoretische, Chancen auf einen Europa League Platz. So lief dann auch das Spiel. Bremen versuchte am Anfang seinen Part der Gleichung zu erfüllen und machte Druck. Schalke stand hinten aber recht kompakt, ließ wenig zu und das ganze mit notdürftig gestopfter Innenverteidigung. Jones nahm den Platz neben Matip ein. Es war ein recht langweiliger Kick. Als Draxler dann mit einem wunderbaren Tor Schalke in Front schoss, schien Bremen die Hoffnung aufzugeben und die Luft war raus. Schalke bekam mehr Zugriff und versuchte irgendwie dem Hünter Tore aufzulegen. Alle außer Julian Draxler, er suchte oft selbst den Abschluss. Nahm sich viele Schüsse selbst. Schon witzig, dass Huntelaar sich sein erstes Tor dann praktisch selbst aufgelegt hat.
Am Ende lief dann doch alles wie geplant. Schalke gewinnt und beendet damit die Saison mit einem Erfolgserlebnis und auch der Hünter macht seine Tore und sichert sich damit die Torjägerkanone mit fantastischen 29 Toren. Damit stellt er den Rekord von Klaus Fischer ein und stellt einen eigenen auf. Er ist nun in der Bundesliga der Ausländer mit den meisten Treffern in einer Saison.

Eine erfolgreiche Saison findet damit ein erfolgreiches Ende. Was wünscht man sich mehr? Wenn ich ehrlich bin, so ungern ich es sage, bin ich froh, dass nun die Sommerpause anfängt. Die Saison hat Kraft gekostet. Ein wenig fußballfreie Zeit wird mir gut tun, da bin ich mir sicher. Wahrscheinlich werde ich in spätestens einem Monat anfangen die Tage zu zählen und auf den Saisonbeginn hinfiebern, aber gerade bin ich ganz froh, dass ich diesen Monat Ruhe habe. Abschalten kann.

Dienstag, 1. Mai 2012

Dankbar

Kurzfristig am Freitag noch eine Karte bekommen. Samstag ins Stadion gefahren. Einen Sieg gesehen. Eine Abschiedszeremonie erlebt. An einem unvergesslichen Moment teilnehmen dürfen. Das ist die Zusammenfassung meines Samstages.

Zu dem Spiel brauch eigentlich nicht viel gesagt zu werden. Schalke war die klar bessere Mannschaft und hatte das Spiel im Griff. Es war lange Zeit keine schönes Spiel. Hertha hat keinen Glauben an sich selbst und präsentierte sich wirklich sehr schlecht. Am Ende stehen vier Tore zu Buche. Pflicht erfüllt. Da Gladbach gegen Augsburg nicht über ein Unentschieden hinausgekommen ist, bedeutet das für die Knappen den sicheren Champions League Platz. Schalke international! 

Das eigentliche Highlight sollte aber noch folgen. Die Verabschiedung derer Spieler, die uns am Ende der Saison verlassen werden. Es wurde eine Bühne aufgebaut. Rund um das Spielfeld stellten sich Fahnenschwenker und Trommler auf. Dann konnte die 'Zeremonie beginnen'. Mathias Schober, Hans Sarpei und auch Levan Kenia drehten, unter großem Applaus, eine Abschiedsrunde. Doch natürlich wussten alle, dass gleich was noch größeres passieren würde. Alle warteten auf Raul. 

Und dann kam er. Raul mit seinen Kindern im Schlepptau drehte seine letzte Ehrenrunde in der Arena. Der Jubel war riesig. Der ganze Stolz, die ganze Dankbarkeit, alles was wir mit Raul verbunden haben wurde versucht in diesem Moment auf den Rasen gebracht zu werden. Ich glaube, es hat ganz gut geklappt. Der ganze Block, ach das ganze Stadion, hatte Pipi in den Augen, vielleicht ein wenig der Trauer des Abschieds wegen, aber ganz sicher des Stolzes und der Dankbarkeit wegen. Was sich dieser Mann in zwei Jahren auf Schalke für einen Ruf erkämpft hat, was er für einen Stand bei den Fans gewonnen hat, ist wirklich unglaublich und spricht wirklich sehr für den Menschen hinter dem Spieler. Er kam als Superstar und viele waren skeptisch. Am Ende hat er alle überzeugt. Ein toller Spieler, ein tollerer Mensch. Er ist einfach eine Legende. Muchas gracias por todo, el Senor!

Es war eine schöne Zeremonie, die dort auf die Beine gestellt wurde. Ein ganz besonderes Spektakel zum Ende einer tollen Saison. Ich fand es keinesfalls überzogen, im Gegenteil. Es war sehr angemessen. Der Zusammenhalt der Fans und der Mannschaft jeweils untereinander wurde deutlich, aber ganz besonders wie nah die Mannschaft und die Fans sich stehen hat diese Zeremonie gezeigt. Man hat einfach total ausgelassen zusammen gefeiert. Es war wirklich einfach nur besonders. Die ganze Saison gipfelte in diesem Moment. Wow. Überwältigend. Ich weiß wirklich nicht, wie ich das alles beschreiben soll. Ich bin einfach nur dankbar. Dankbar für diese Saison, dankbar für diesen Moment!

Mittwoch, 25. April 2012

Wisst ihr noch?

Die Champions League befindet sich derzeit in den Halbfinals. Beziehungsweise, während ich diesen Beitrag schreibe, ist das erste gerade vorbei. Chelsea hat Barcelona rausgekickt und steht als erste Mannschaft im Finale. Glückwunsch! Morgen muss dann Bayern bei Real ran. Es verspricht spannend zu werden. 

Morgen vor einem Jahr, dem 26.04.2012, kam es zum Champions League Halbfinal Hinspiel zwischen Schalke und Manchester. Das ganze ist also schon fast genau ein Jahr. Wie die Zeit vergeht. Als ich heute so mit meinen Tippspielen beschäftigt war und nebenbei bei Twitter unterwegs war, kam mir wieder der Gedanke daran. Diesen großen Tag. Wisst ihr noch, wie ihr euch damals gefühlt habt? Ich schon. Unvergesslich.  
Schalke hatte einen ganz beachtlichen Weg bis ins Halbfinale zurückgelegt. Die Gruppenphase auf Platz 1 beendet, im Achtelfinale Valencia besiegt und im Viertelfinale kam es dann zu den zwei fantastischen, unvergesslichen Siegen gegen Inter Mailand. Ich kann mich erinnern als es wenn es gestern gewesen wäre. Von meiner Freude und meinem Stolz überkommen saß ich Zuhause vor dem Fernseher und konnte die Freudentränen nicht zurückhalten. Ein Moment für die Ewigkeit. 
Dann kam es zum Hinspiel gegen Manchester. Zuhause. Ein Dienstag. Seit Tagen war ich aufgeregt, redete von nichts anderem mehr. Am Wochenende zuvor hatte man gegen Kaiserslautern verloren. Nebensache. Es bestand nur dieser Fokus auf das eine, große Spiel gegen Manchester. Für mich, als noch relativ junger Fan, der von dem Uefa Cup Sieg 1997 nichts mitbekommen hat, weil ich einfach noch viel, viel zu jung war, war dieses Spiel das absolut Größte, was ich bislang miterlebt habe als Schalker. 
Ich war seit Tagen zappelig und sowas von gespannt auf dieses Spiel. Dann war es endlich soweit. Es war einfach atemberaubend. Klar hat Schalke verloren und ist chancenlos aus der Champions League ausgeschieden, aber das war nicht schlimm. Das alles miterlebt zu haben, diesen langen Weg dorthin, diese Aufregung vor den Spielen, dieser Stolz auf die Mannschaft. Das war ein tolles Gefühl. Ich denke gerne daran zurück.
Alles ist noch so greifbar. Auch nach einem ganzen Jahr. Einfach schön! 

Montag, 23. April 2012

Eigentlich unnötig

Ginge es nach dem Sky-Kommentator hat Schalke gestern Nachmittag das glücklichste Unentschieden der Fußballgeschichte rausgeholt. Mit ganz, ganz viel Glück habe es gereicht. Augsburg mit einer Vielzahl an hundertprozentigen Chancen, Schalke komplett ohne Zugriff auf das Spiel, so seine Meinung. Völlig übertrieben, sage ich.

Natürlich war Augsburg besser im Spiel und hatte mehr vom Spiel und natürlich hätte man sich als Schalker nicht beschweren können, hätte Augsburg das Spiel gewonnen. Ich will die Leistung der Schalker jetzt auch nicht gutreden. Das war nichts. Der Wille gegen kämpferisch starke Augsburger war einfach nicht ausreichend vorhanden. Schalke hat das kampfbetonte Spiel der Augsburger einfach nicht angenommen und so ist es nur logisch, dass man nicht gut ausgesehen hat. Schalke muss mit dem Punkt jetzt gut leben können. Man hat die Chance den Vorsprung auf Gladbach auszubauen vergeben und hält den Kampf um Platz drei weiter offen. Eigentlich unnötig.

Es stehen jetzt noch Spiele gegen Hertha und Bremen an. Gladbach hat es noch mit Augsburg und Mainz zutun. Der Punkt gestern war insofern wichtig, dass wenn Schalke auch gegen Hertha nicht über ein Unentschieden hinaus kommt und Gladbach aber gegen Augsburg gewinnt, man die Gladbacher immer noch hinter sich lassen könnte, aufgrund des derzeit noch besseren Torverhältnisses. Es hat alles auch ein Gutes. Da ich aber davon ausgehe, dass die Mannschaft nächste Woche gewinnen wird, müssen wir uns mit dieser Problematik gar nicht auseinander setzen. Ähm. 
Wenn Augsburg nächste Woche dieselbe Leistung zeigt, wie gestern, dann bin ich mir sicher, dass das auch für die Gladbacher kein Spaziergang wird. 

Die Spieler machten heute nach dem Spiel in den Interviews einen sehr angefressenen Eindruck. Sie waren mit ihrer Leistung selbst alles andere als zufrieden. Allen voran Benedikt Höwedes. Ich hoffe auf eine Trotzreaktion nächste Woche. Macht den dritten Platz sicher, Jungs!

Montag, 16. April 2012

Fast

Ich habe mir etwas Zeit genommen, wollte etwas Abstand gewinnen und so schreibe ich diesen Text erst am späten Sonntag Abend. Ein schönes Spiel war es, das 140. Revierderby. Endlich mal wieder ein Spiel, das eines Derby würdig war. Dominiert von Kampf, Einsatz und Wille. Beide Mannschaften waren nahezu gleichwertig, Schalke wurde nicht dominiert von Dortmund. Im Gegenteil.

Derby ist natürlich immer etwas besonderes. Man ist doppelt aufgeregt, es steht viel auf dem Spiel, darauf bin ich aber im letzten Beitrag schon genauer eingegangen. Auf Ausschreitungen rund um dieses Spiel zwischen den jeweiligen Fangruppen möchte ich nicht eigentlich nicht weiter eingehen. Die Emotionen sind überkocht und so ist wieder das ein oder andere passiert. Ich habe da irgendwas von Schweineblut mitbekommen und dem zerstörten Gästeblock. Ich denke da wurde schon viel zu gesagt, vielleicht auch zu viel. Diese Rivalität gehört dazu, dass die Fans nicht friedlich miteinander umgehen auch, aber ich denke Aktionen bei denen Menschen zu Schaden kommen, müssen nicht sein. Aber gut, ich denke, da kann man sagen so viel man will, ändern wird man daran sowieso nichts. 

Nun also zum Spiel. Schalke war lange Zeit die bessere und engagiertere Mannschaft. Man machte das Spiel, hatte mehr Ballbesitz, gewann entscheidende Zweikämpfe und hatte das Mittelfeld im Griff, zwang die Dortmunder so zu vielen Ballverlusten. Früh im Spiel wurde das belohnt mit der einsnull Führung nach einer Ecke. Auch nachdem die Dortmunder ausgeglichen haben, war Schalke noch die bessere Mannschaft. Schalke war nicht drückend überlegen und spielte Dortmund an die Wand, nein das nicht. Besser waren sie dennoch. Dortmund blieb ständig gefährlich durch ihr schnelles Umschaltspiel und ihre Standards. Es war ein munteres Spielchen. Ein schönes Spiel. Ich war extrem zufrieden mit der Leistung der Schalker. Ich denke, gegen diese Dortmunder hat der ein oder andere Gegner schon schlechter ausgesehen. 
Halbzeit zwei lief zunächst weiter wie die erste Halbzeit. Schalke spielte sich mehrere Chancen heraus, konnte diese aber nicht nutzen. So kam es wie es kommen musste. Eine Ecke, schlecht verteidigt und bumm, knallt es im Kasten. Dortmund nutzt einen Standard um in Führung zu gehen und, wie wir im Nachhinein wissen, das Spiel zu entscheiden und die Schalker Angriffsbemühungen zu erlöschen. Nachdem man nämlich in Rückstand geraten ist, kam da nicht mehr viel von der Schalker Offensive. Dortmund nahm das Spiel immer mehr in die Hand und Schalke wurde müde. Ende. Aus. Derby verloren. Wenn auch knapp.

Trotz der Niederlage hat man Grund genug um Stolz auf die Mannschaft zu sein. 70 Minuten hat man alles versucht, gekämpft, sich des schweren Spiels angenommen. Es hat fast gereicht. Es fehlte das letzte Quäntchen Glück. Schalke war diesmal viel, viel näher am Derbysieg als noch im Hinspiel. Beim nächsten Mal wird es reichen.